Sehenswürdigkeiten in Passau 
Sehenswürdigkeiten in Passau

Sehenswürdigkeiten in Passau


Füstbischöfliches Opernhaus

Hinter der einfachen Bezeichnung „Stadttheater“ verbirgt sich in Passau ein Gebäude mit langer und bewegter Geschichte – das Fürstbischöfliche Oberhaus.

Erbaut wurde es 1645 von Leopold Wilhelm von Österreich, Fürstbischof von Passau als Spielstätte der damals sehr beliebten Ballspiele. Nachdem diese spanische Unterhaltungsform an Zuspruch verloren hatte und der Saal leer stand, ließ ihn Ernst Leopold von Firmian, ebenfalls Fürstbischof, 1771 in einen Kömödien- und Opernhaus umgestalten. 1783 wurde unter Joseph Kardinal Graf von Auersperg ein grundlegender Umbau des Gebäudes begonnen, was zu seinem heutigen frühklassizistische Aussehen führte. Im November des Jahres wurde die erste Oper in dem nun der Bevölkerung zugänglichen Opernhaus aufgeführt. In den folgenden Jahrzehnten wurde es in „Churfürstlichen Opernhaus“ und später in das „königlich-Bayerische-Opernhaus“ umbenannt.

1883 übernahm die Stadt Passau das Gebäude, nachdem es wegen Mängel geschlossen werden sollte. Bereits im Oktober konnte es als „Passauer Stadttheater“ wieder eröffnet erden. In der Vorkriegszeit verwendete man die Räumlichkeiten neben der üblichen Nutzung auch als Kino.

Seit 1952 spielt dort die musikalische Abteilung des niederbayerischen Landestheaters mit eigenem Orchester – der Niederbayerischen Philharmonie – Opernesemple, Solisten und Chor. Mit der letzten umfassenden Sanierung in den Jahren 1989 bis 1991 und dem Einbau moderner Bühnentechnik stellt sich das füstbischöfliche Opernhaus als wahres Schmuckstück für Kunstliebhaber dar.


Jesuitenkirche mit Kloster

Die heutige Jesuitenkirche St. Michael in Passau entstand 1677 als Folgebau für die fünfzehn Jahre vorher abgebrannte Kirche des damaligen Jesuitenklosters. Im Jahr 1611 ließ Leopold von Österreich, Fürstbischof in Passau die Jesuiten nach Passau kommen und dort ein Jesuitenkloster erreichten. Die Kirche wurde bereits 1612 erbaut, das kastellförmige Kloster folgte ein Jahr später. Das Kloster widmete sich vor allem der Bildung, so war in dem Gebäude die Hochschule der Diözese sowie das Gymnasium untergebracht. Auch eine Sternwarte wurde bereits eingebaut. Bis 1773 erfolgte die Ausbildung der geistlichen im Passauer Bistum ausschließlich von den Jesuiten.

Bei dem folgenschweren Brand 1662 wurde das Kloster beschädigt und die angrenzende Kirche komplett zerstört. Daraufhin erfolgte der Bau der heutige Kirche unter der Leitung von Pietro Francesco Carlone. Die zu Ehren des Hl. Francisco de Xavier erbaute Xaverikapelle schließt im Westen an das Kloster an.

Der Innenraum der Kirche ist relativ schlicht gehalten. Sehr sehenswert sind die Seitenaltäre, die 1678 erbaut wurden, sowie zahlreiche Stuckaturen des Bildhauers Giovanni Battista Carlone. Bekannt wurde Giovanni Battista Carlone vor allem durch die Ausgestaltung des Passauer Doms, sowie zahlreichen anderen bekannten Bauwerken jener Zeit. Auch im Kloster selbst können im Fürstenzimmer Stuckaturen dieses Bildhauers betrachtet werden. Ebenfalls in der Kirche zu besichtigen, ist die Kanzel die zwischen 1715 und 1720 errichtet wurde. Die Engelsfiguren sowie das Altarblatt wurden von den beiden Söhnen des ursprünglichen Stuckateurs geschaffen, Diego Carlone und Carlo Carlone.

Heute beherbergt das Gebäude das Gymnasium Leopoldium. Außerdem gehört der im Jahr 1914 angebaute Teil zur Passauer Universität.


Veste Oberhaus

Besucht man Passau, sieht man bereits von weitem das imposante Gebäude, das etwa über 100 m über dem Donauspiegel, zwischen Donau und Ilz thront – die Burg „Veste Oberhaus“. Die Anlage beherbergt die unterschiedlichsten Einrichtungen. So sind das Stadtmuseum und zahlreiche Sammlungen und Galerien aus der Geschichte Ostbayerns darin untergebracht.

Veste Oberhau wurde 1219 von Fürstbischof Ulrich II. auf dem St.-Georgs-Berg erbaut, nachdem 1217 die Passau er Bischöfe die Reichsfürstenwürde erlangt hatten. Sie sollte vor allem militärische Stärke demonstrieren, aber auch Schutz bieten vor Feinden und Übergriffen. Zwischen den Jahren 1250 und 1482 hielt die Burg fünf Belagerungen stand. In den Jahren 1535 bis 1540 wurden insbesondere Anhänger der reformatischen Täuferbewegung, aus der sich auch „The Amish“ entwickelten, dort inhaftiert. Bei den Gottesdiensten der Amischen wird zum Teil noch heute ein Gesangbuch verwendet, das zu jener Zeit von den Häftlingen geschrieben wurde.

1802 ging der Besitz der Burg an den bayerische Staat über, der unter anderem Napoleon die Burg als Stützpunkt zur Verfügung stellte. In den folgenden Jahren wurde die Anlage sowohl als Festung als auch als Gefängnis genutzt. Erst 1932 wurde die Stadt Passau Besitzer und begann dort das jetzige Museum einrichten.

Zahleiche Fürstbischöfe nahmen im Verlauf der Zeit immer wieder Umbauten vor. So präsentiert sie heute die unterschiedlichsten Baustile vom 13. bis 19. Jahrhundert. Die„Veste Oberhaus“ gehört mit seinen ca. 65000 qm zu den größten Burgen in Europa und sollte bei einem Besuch in Passau unbedingt besichtigt werden.


Dom St. Stephan

Die Bischofskirche wurde im Jahre 730 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 739 ist sie Kathedrale der Diözese. Von den ersten vier Bauperioden sind keine Spuren mehr vorhanden, außer der spätgotische Ostteil. Um 720 war sie eine agilolgingische Bischofskirche. 1280 und 1325 stand hier der frühgotische Dom. Der spätgotische Ostteil kam 1407 dazu und der barocke Neubau wurde im Jahre 1668 und 1693 errichtet. Markant sind die Doppeltürme. Diese sieht man auch von weitem. Der Dom St. Stephan ist die größte italienische Barockkirche mit Teilen im Gotik-Stil nördlich der Alpen. Hier harmonisieren Gotik und Barock wunderbar. Im Gotikstil sind der Chor und die Ostpartien des Doms. Bei dem Stadtbrand 1662 wurde der Dom zerstört. Die Domherren holten den Architekt Carlo Lurago und den Stuckateur Giovanni Battista Carlone aus Italien. Die Fresken schuf Carpoforo Tencalla. Diese bauten 7 Jahre an dem Dom. Sie erschufen den hochbarocken Kirchenturm mit mailändischer, lombardischer Prägung. Die vergoldete Kanzel ist in Wien 1726 gebaut worden. In der Kirche steht die größte Kirchenorgel der Welt. Die Vierungskuppel ist die Einzige im deutschen Kulturraum. Im Inneren sind frühste Beispiele 3-dimensionaler Malerei. Im Jahre 1972 wurde eine Gesamtrenovierung für 12 Millionen Mark durchgeführt. Nach acht jähriger Bauzeit wurde die Renovierung 1980 abgeschlossen. Heute finden in dem Dom Orgelkonzerte statt. Der Dom liegt direkt am Anfang der Fußgängerzone. In der Nähe befinden sich das Rathaus und das Stadttheater. Die Fußgängerzone liegt direkt auf der Landzunge, wo sich Donau und Inn treffen. Von Passau aus fließt die Donau weiter nach Österreich. Der Grenzübergang nach Österreich ist nicht weit von Passau entfernt.


Dreiflüsse-Eck

Eine Sehenswürdigkeit, die die Natur geschaffen hat, kann man in der Dreiflüssestadt Passau entdecken. Nicht nur die drei Flüsse Donau, Inn und Ilz treffen sich hier, auch drei Länder treffen hier zusammen – Tschechei, Österreich und Deutschland. Deshalb wird dieses Gebiet auch „Dreiländereck“ genannt.

Passau ist also etwas ganz besonderes, neben einem überaus romantischen Stadtbild, das auf italienische Erbauer zurückzuführen ist, beherbergt es auch jede Menge interessantes Sehenswürdigkeiten.

Wer die Mündung der beiden Flüsse Inn und Ilz in die Donau direkt sehen möchte, fährt am besten mit dem Schifffahrt. Von den ansässigen Schifffahrtsgesellschaften werden zahlreiche Fahrten mit unterschiedlicher Länge und Events angeboten.

Das Interessante am Mündungspunkt sind die unterschiedlichen Farben, die hier zusammenlaufen. Die Ilz kommt aus dem Moorgebiet und fließt von links mit seinem schwarzen Wasser in die blaue Donau. Kurz darauf trifft der aus dem Alpen kommende Inn mit seinem grünen Wasser dazu. Bis eine vollständige Vermischung der Farben erfolgt ist, trägt die Donau im weiteren Verlauf drei Farben – schwarz, grün und blau. Der Inn mit seiner Tiefe von etwa 1,90 m durchströmt die Donau, die in diesem Bereiche eine Tiefe von 6,30 m aufweist. Daher verdrängt die grüne Farbe des Inns die blaue Farbe optisch für einen längeren Zeitraum.

Es ist also ein ständig bestehendes Schauspiel, das uns die Natur hier bietet, und durchaus wert ist, sich näher anzusehen.


Veste Niederhaus

Unterhalb der bekannten Burg Veste Oberhaus auf der Landzunge zwischen Donau und Ilz in Passau befindet sich die Burg „Veste Niederhaus“.

Der Bau der Burg wird auf das Jahr um 1250 geschätzt, da man bereits damals von einer „alten“ und einer „neuen“ Burg sprach. Die Bezeichnungen „Oberhaus“ bzw. „Niederhaus“ sind wohl erst im 14. Jahrhundert eingeführt worden. Eine Verbindung zwischen den beiden Burgen geht auf das Jahr 1368 zurück, als die Passauer Bürger diese Burg einnahmen und auch die Veste Oberhaus belagerten.

Nachdem die Burganlage im Jahr 1435 zerstört wurde, erfolgte der Wiederaufbau durch Leonhard von Laiming, Fürstbischof in Passau, der im Jahr 1444 fertiggestellt wurde. Die Ausstattung wurde damals sogar von Pabst Puis II. als prunkvoll erwähnt. Die Bischöfe benutzen dieses Gebäude mit den beiden Burgkapellen vor allem als Nebenresidenz. Einige Jahrhunderte später diente sie vor allem als Gefängnis für Anhänger der Täuferbewegung.

Militärisch wichtig wurde die Burg ab 1805 unter Kurfürst von Bayern. Er ließ dort ein Kriegsmagazin errichten. Außerdem wurde der Turm von ehemals neun Stockwerken auf vier Stockwerken abgetragen. Damit sollte ein freies Schussfeld aus der Veste Oberhaus ermöglicht werden. Der Status als Festung wurde bis 1867 beibehalten.

Der Maler Ferdinand Wagner kaufte 1890 die Veste Niederhaus. Auch nach dem weiteren Verkauf der Burg an den Maler Eduard Strobelberger blieb die Anlage bis heute im Privatbesitz. Aus diesem Grund ist eine Besichtigung der Veste Niederhaus leider nicht möglich.


Schloss Fürstenstein

Der Landkreis Passau beheimatet eine große Anzahl von historischen Sehenswürdigkeiten. Eine davon ist das Schloss Fürstenstein, im gleichnamigen Ort, etwa 25 km von Passau entfernt.

Die mittelalterliche Burg wurde im 13. oder 14. Jahrhundert erbaut. Über diese Zeit finden sich keine konkreten Unterlagen, die belegen, wer der Erbauer und späterer Besitzer der Burg war. Einmal wird vermutet dass die Grafen von Hals die Burg zwischen 1330 und 1332 errichten ließen und danach Eigentum von Heinrich dem Natternberger wurde. Eine andere Variante verweist auf die Bamberger Fürstbischöfe, nach dem die Burg bereits 1252 erbaut worden sei.

Eine erste urkundliche Erwähnung fand erst im Jahr 1366 statt. In den darauf folgenden zwei Jahrhunderten wechselte sie immer wieder den Besitzer. Erst als Artolf Schwarzensteiner Eigentümer der Burg wurde, ließ er es 1570 zum Schloss umbauen. Im 17. Jahrhundert wurde dann eine Schloss-Kaplanei sowie eine Schlosskirche erbaut, die die Gnadenkapelle in Altötting zum Vorbild hatte. Diese wurde bald eine beliebte Wallfahrtskirche, was bis ins 19. Jahrhundert auch so blieb.

Der Dreißigjährige Krieg ging am Schloss Fürstenstein nicht spurlos vorüber. So konnten zwar erste Angriffe abgewehrt werden, aber im Jahr 1744 wurde es dennoch verwüstet.

Heinrich von Oyen wurde 1803 Besitzer des Schlosses, der es etwa dreißig Jahre später getrennt verkauft. So wurde ein Teil des Besitzes dem bayerischen Staat verkauft, das Schloss an eine Privatperson und die Kaplanei wurde Benefizium. Nach einem Brand verfiel das Schloss in den darauf folgenden Jahrzehnten immer mehr. Erst 1860 ließ es Heinrich von Hofstätter, damals Bischof in Passau wieder aufbauen und fand ein Jahr später bei den Englischen Fräulein wieder würdige Nutzer. Einst Erziehungsort für verwahrloste Jungen, wurde es später, im Jahr 1893 ein Internat und eine Volksschule für Knaben. Bis ins Jahr 2001 bestand dieses Internat, bis es wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen werden musste.

Mit Annette Pinker, hat das Schloss im Jahr 2007 eine neue, würdige Besitzerin gefunden. Die in Spanien lebende Kulturliebhaberin mit deutschen Wurzeln, kaufte das Schloss und machte es mit verschiedenen Einrichtungen im Gastronomie-, Kultur- und Bildungsbericht zu einem Teil öffentlich zugänglich.


Passauer Dom

Als höchste Erhebung der Passauer Altstadt und zwischen den Flüssen Donau und Inn gelegen erbebt sich der 69 m hohe Passauer Dom. Seine Ausstattung und seine immense Länge von 102 m macht ihn zu einem der größten barocken Gotteshäuser nördlich der Alpen. Seit über 1000 Jahren können Kirchenbauten an der Stelle des heutigen Domes nachgewiesen werden. Um 720 kam es zur Gründung einer karolingischen Bischofskirche. Sie wurde dem hl. St. Stephan geweiht. Unter dem Bischof Pilgrim um 985 entsteht ein frühromanischer dreischiffiger Bau. Dieser wurde allerdings durch Kaiser Otto II. 978 zerstört. Ein frühgotischer Dom entstand zwischen 1221 und 1331. Architektonisch wesentlich geprägt wurde die Kirche allerdings erst nach den verheerenden Stadtbränden von 1662 und 1680. Der Neubau von 1668 bis 1693 entspricht dem heutigen Erscheinungsbild des Doms. Beeindruckend sind die Verzierungen und Ausgestaltungen des Hauptwerks. Sie sind geprägt durch eine farbenfrohe und einfallsreiche Verzierung des Stuckwerks im Inneren des Doms sowie durch eine fast endlos erscheinende Kette von Fresken. Sie entstanden unter den Händen der Künstler Giovanni Battista Carlone, Carpoforo Tencalla, und Carlo Antonio Bussis. Auffällig ist die Dreiteiligkeit des Hauptschiffes in ihrer Deutung der Weltgeschichte. Das schlichte, unterste Drittel der Hauptschiffwände soll die Armut darstellen, während das Mitteldrittel die Belebung der Menschheit darstellen soll. Die Engelputten und Tugendgestalten versinnbildlichen die Erhöhung der Menschen, während im oberen Drittel die Verherrlichung Gottes durch eine prachtvolle Ausgestaltung ihren Abschluss findet. Augenfällig ist für den Besucher auch die aufwendig geschnitzte Domkanzel aus Lindenholz mit einem Blattgoldüberzug im Stile des Rokoko. Einen Blick sollte man ebenso auf das Orgelwerk des Doms werfen. Aus fünf räumlich getrennten Orgelkörpern und 17934 Pfeifen sowie 233 Registern, die größte misst 11,3 m, ist sie die größte Domorgel der Welt.


Kloster Fürstenzell

Das Kloster Fürstenzell in der Nähe der sehr sehenswerten Stadt Passau, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Bereits im Jahr 1274 ließ der Magister Hartwig, Domherr in Passau mit Hilfe des Niederbayerischen Herzogs Heinrich XIII. das Kloster errichten. Schon im selben Jahr konnten die ersten Mönche im Kloster einziehen. Die erste Klosterkirche wurde dann 60 Jahre später unter Bischof Theoderich erbaut. Seine Glanzzeit erlebt das Kloster allerdings erst einige Jahrhunderte später, zwischen 1707 und 1792. In dieser Zeit wurde das Gebäude umfangreich ausgestattet. So erfolgte nach der Neugestaltung des Innenhofes auch der Ausstattung des damaligen Festsaal – später Kapelle – mit aufwendigen Deckenmalereien. Auch das Treppenhaus wurde mit zahlreichen Gemälden verziert. Die alte Kirche wurde im barocken Stil renoviert und eine neue Kirche wurde erbaut.

Dieser neue Bau, der um 1739 begonnen wurde, war etwa um 1745 fertiggestellt. Sehr sehenswert sind die zahlreichen Fresken, unter anderem eine, wegen deren Größe die Kirche sogar den Beinamen „Dom des Rottals“ erhalten hat.

Leider wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation im Jahr 1803 aufgelöst. Ein Teil des Klostergebäudes wurde in den folgenden Jahren unterschiedlich genutzt. So wurde es bis zum zweiten Weltkrieg als Brauerei genutzt, später als Lazarett eingerichtet, und danach als Internat verwendet.


Kloster Niedernburg

Das Kloster Niedernburg in Passau kann auf eine bis ins erste Jahrhundert zurückführende Geschichte verweisen. Erbaut wurde es bereit im Jahr 739 unter Herzog Odilo oder dessen Sohn Tassilo III. Unter Kaiser Heinrich II erlangte das Kloster im Jahr 1010 sogar die Reichsunmittelbarkeit. Damit unterstand sie keiner Institution mehr, sondern direkt dem Kaiser. Diesen Status verlor sie allerdings im Jahr 1611 wieder, nachdem Friedrich I. Barbarossa das Kloster dem damaligen Fürstbischof schenkte.

Die Schwester des Kaiser, Gisela von Bayern, wurde durch ihre Heirat mit Stefan I., erster König von Ungarn, Königin von Ungarn. Nach dessen Tod im Jahr 1038 wurde sie jedoch verfolgt und gefangen genommen. Erst Heinrich III konnte sie im Jahr 1042 befreien. Wohl auch durch ihre frühe Erziehung in einem Regensburger Kloster, trat sie nun ebenfalls in den Konvent ein und wurde Äbtissin im Kloster Niedernburg. Im Jahr 1060 verstarb sie und fand dort auch ihre letzte Ruhestätte. Dieses Grab ist noch heute Ziel zahlreicher Pilger.

Die zum Kloster gehörende Kirche trägt den Namen „Zum heiligen Kreuz“ und hat das Aussehen einer Pfeilerbasilika. Die Ausstattung ist in Teilen gotisch aber auch Barock. Neben einem Monument der seligen Gisela befinden sich zahlreichen Fresken und Pietás in der Kirche.

In den Jahren der Säkularisation wurde das Kloster 1806 aufgelöst, und danach zu verschiedenen Zwecken genutzt. Neben einer Anstalt für die Polizei war es auch Irrenanstalt sowie eine Taubstummenheim. Erst als der Frauenorden „Englische Fräulein“, der sich hauptsächlich der Bildung der Mädchen widmete, das ehemalige Kloster übernahm wurde daraus ein Gymnasium sowie eine Realschule mit Internat.


Burgruine Hals

Hoch über der Ilz in der Stadt Passau, auf einem schmalen Felsen befindet sich die Ruine der einstigen Burg Hals. Das genaue Jahr der Erbauung ist nicht bekannt, lediglich das Geschlecht der Herren von Hals wurde erstmals im Jahr 1072 erwähnt. Die Burg selbst fand erst Erwähnung im Jahr 1112, damals bereits im Besitz der Palsenze von Eferding. Bereits 1190 ging die Burg an die Edlen von Kamm über, der ebenfalls zum Geschlecht der Halser gehörte. Alberg von Kamm errang 1280 den Grafenstand und weitete sein Besitztümer immer weiter aus.

Johann von Leuchtenberg wurde 1375 neuer Besitzer der Burg, nachdem die Kamm-Halser ausgestorben waren. Leider verschuldete sich der Graf von Leuchtenberg mit der Unterstützung, die der seinem Sohn für kriegerische Auseinandersetzungen gewährte, immer mehr. Selbst eine Lösegelderpressung wegen der Entführung des damaligen Bischof von Bamberg, könnte die Lager nicht ändern. Die verbleibenden Besitztümer gingen 1485 an die von Aichperg und danach an die von Degenberg über. Die Wittelsbacher kauften die Herrschaft schließlich im Jahr 1517 auf.

Nachdem die Burg im Jahr 1622 bei einem Brand schwer beschädigt wurde, diente sie lediglich als Speicher. Die Bewohner der einstigen Burg zogen in ein neu errichtetes Haus, das im Ort Hals erbaut wurde. Im Jahr 1741, während des österreichischen Erfolgekrieges, wurde die Burg demontiert, damit sie dem Feind keinen militärischen Nutzen bringen konnte. Der weitere Verfall ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 1810 stürzte das noch stehende Bauwerk sein.

Heute befindet sich die Ruine im Privatbesitz, und kann von jedermann besichtigt werden.


Wallfahrtkirche Mariahilf

In Passau leben bereits seit Jahrhunderten wichtige religiöse Personen. So ist es nicht verwunderlich, dass dort zahlreiche Kirchen und Wallfahrtsstätten stehen. Ein solcher Wallfahrtsort ist die Kirche und das Kloster Mariahilf.

Der Ursprung der Kirche geht zurück in die Zeit um 1611, als Marquard Freiherrn von Schwendi, Dekan im Passauer Dom, eine Bild der Gottesmutter mit dem Kind in einer Holzkapelle aufhängen ließ. Diese Kapelle befand sich am Fuß eines Berges, auf dem später die Kirche erbaut wurde. Nachdem 1622 die Kapelle auf den Berg aufgebaut wurde, damit alle gläubigen Zugang dazu hatten, wurde diese allerdings bald zu klein. Bereits zwei Jahre später wurde mit dem Bau der Kirche begonnen. Francesco Garbanino war damals ein bekannter Künstler der auch mit der Ausgestaltung der Kirche im Barockem Stil beauftragt war. Um 1627 war die Kirche fertiggestellt und entwickelte sich zu einem äußerst beliebten Wallfahrtsort.

Auch heute noch ist sie Ziel zahlreicher organisierter Wallfahrten. Selbstverständlich ist sie als Gotteshaus mit fast täglich stattfindenden Gottesdiensten im heutigen religiösen Leben fest integriert.




Zahlen & Fakten: Stadtname:
Passau

Bundesland:
Bayern

Regierungsbezirk:
Niederbayern

Höhe:
262 m ü. NN

Fläche:
69,58 km²

Einwohner:
50.627

Autokennzeichen:
PA

Vorwahl:
0851

Gemeinde-
schlüssel:

09 2 62 000



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